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Treffen zum neunten November

In diesem Jahr viel eines unser Juso-Treffen auf den neunten November. Neben einigen anderen geschichtsträchtigen Ereignissen fanden in der Nacht vom neunten auf den zehnten November 1938 die abscheulichen November-Pogrome statt. Dabei wurden von den Nationalsozialisten ca. 400 Juden ermordet.

 

Ungefähr genauso viele starben in den Folgetagen. Außerdem wurden mehr als 1400 Synagogen und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und  Friedhöfe von den Juden zerstört zerstört. Ab dem 10. November wurden circa 30000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo mehr als 400 Juden ermordet wurden oder durch Haftfolgen umkamen.

 

Dies wird als der Übergang von der Diskriminierung der Juden zum Holocaust angesehen. Als Vorwand nutzte das Regime das Attentat des polnischen Jude Herschel Grynszpan auf den Pariser Botschaftsmitarbeiter Ernst Eduard vom Rath. Um allen Opfern des Nationalsozialismus zu Gedenken haben wir beschlossen einige der auf der Altstadtinsel Lübecks befindlichen Stolpersteine zu putzen.

 

Die Stolpersteine sind ein Projekt von Gunter Demnig welches im Jahr 1992 begonnen wurde. Dabei handelt es sich um von Hand gravierte Messingtafeln die in die Gehwege vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von Opfern des NS-Regimes eingelassen sind. Man findet sie in über 1200 Kommunen in Deutschland und den meisten anderen Ländern Europas. Als Gast durften wir bei unserer Gedenk-Aktion den für uns zuständigen Kreisbetreuer aus dem Juso-Landesvorstand SH Lukas begrüßen.

 

Vorbereitet wurde das Putzen durch unseren Finanzreferenten Justus und unsere Vorsitzende Melina. An insgesamt acht Standorten von Stolpersteinen in Lübeck haben wir diese gereinigt und eine Rose pro Stein nieder gelegt. Zu den meisten der, auf den Steinen genannten, Personen wurden von verschiedenen Mitgliedern Hintergrundinformationen verlesen. Leider waren zu drei Personen keine Infos zu finden und so haben wir stattdessen an diesen Steinen jeweils zwei Strophen des Liedes „Die Moorsoldaten“, welches von Häftlingen 1933 im KZ Börgermoor geschrieben wurde, gesungen.